Lesung: Hyperion

"Nächstens mehr" - Eine Lesung aus Friedrich Hölderlins HYPERION mit Stefan Viering

Lesung: Hyperion
„Was ist denn der Tod und alles Wehe der Menschen? – Ach viel der leeren Worte haben die Wunderlichen gemacht. Geschiehet doch alles aus Lust, und endet doch alles aus Frieden. Wie der Zwist der Liebenden, sind die Dissonanzen der Welt. Versöhnung ist mitten im Streit und alles Getrennte findet sich wieder. Es scheiden und kehren im Herzen die Adern und einiges, ewiges, glühendes Leben ist Alles. So dachte ich. Nächstens mehr.“
Dies sind die letzten Zeilen Hyperions an seinen deutschen Brieffreund Bellarmin in Friedrich Hölderlins gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1799.
Heute – 220 Jahre später - werden Fragen laut beim erneuten Lesen dieses bedeutsamsten Romans des Deutschen Idealismus: Kann man das noch lesen? Soll man oder sollte man das noch lesen? Wie soll man das verstehen? Wie kann man das noch verstehen? Und was sagt Hölderlin uns Deutschen in unserer heutigen Gegenwart noch? Sagt er uns überhaupt noch etwas? Oder sollte man sich vielleicht gerade wieder auf das besinnen, was uns so unendlich weit entfernt erscheint ?
Und die Antwort darauf? -Vielleicht sollte man es einfach mal vorlesen.
Anlässlich des 250. Geburtsjahres des großen „Eremiten“ in der deutschen Dichterlandschaft beugen wir uns erneut über die Briefe des deutschen Dichters im Abseits, um sie wieder aus dem Abseits zu befreien, in dem sie so lange verborgen lagen.
Stefan Viering, Karlsruher Ex-Staatschauspieler und seit langem bekannt durch seine Lesungen „Großer“ und „Kleinerer“ Literatur“ will sich mit dieser Lesung erneut an ein fast unmögliches Unterfangen wagen.
Aber wie schreibt Hyperion an Bellarmin: „Es ist ein Glück, dass ich in voller Arbeit lebe!“