Waidmannsheil!

Eine kleine Farce

Susanne Hinkelbein

Ein milder Herbstabend im Wald. Hier und da grunzt eine Wildsau, die rot und gelb gefärbten Blätter rauschen im Wind und auf einem Hochsitz lauern die beiden Jäger Gustav und Rudolf, ausgerüstet mit ihren Gewehren und einem Fernglas. Während sie geduldig ausharren und auf die Gelegenheit warten, endlich eine Sau zu schießen, beobachten die beiden das rege Treiben im Wald und am nächstgelegenen Felsen: Die Kletterer, von denen einer gefährlich in die Tiefe baumelt, eine Hochzeitsgesellschaft, die auf ihrem Weg zum „Hirschen“ noch einen Spaziergang macht, und irgendwann sogar das Rösle aus Steinhofen und den Veit aus Kargenfeld.
Was die zwei da so mitten im Wald tun? Noch dazu während der Jagdsaison? Die Gedanken der beiden Jäger kreisen. Um das Rösle und den Veit, aber auch um die eigenen verpassten Chancen, das Misstrauen in die Menschen, die Enttäuschungen des Lebens und die Wut, die Angst, die Freude … Ob sich die wie eine Sau schießen lassen?
Die Stuttgarter Komponistin und Theaterautorin Susanne Hinkelbein hat mit „Waidmannsheil!“ eine bitterböse Farce voll schwarzem Humor geschrieben, die 2005 mit einem Preis beim Landeswettbewerb für Volkstheaterstücke ausgezeichnet wurde. An der WLB Esslingen kommt das bizarre Jagdstück nun als Koproduktion mit dem Esslinger Kabarettistenduo Herbert Häfele und Erich Koslowski, besser bekannt als „Die Galgenstricke“, auf die Bühne.