Johann Wolfgang von Goethe Faust. Der Tragödie erster Teil für zwei Schauspielerinnen

Der Gelehrte Doktor Heinrich Faust leidet. Jeden Tag quält er sich mit den großen Fragen des Lebens auf der Suche nach beruflicher und privater Erfüllung. Doch seine Bemühungen verlaufen im Sande: Religion, Philosophie, Magie – nichts zeigt Wirkung. Die Lösung seiner Probleme tritt in Form eines Pudels auf den Plan, dem der Teufel Mephisto entschlüpft. Er macht Faust ein Angebot, das der nicht ausschlagen kann: Jeden Wunsch will er dem Doktor erfüllen, bis er, wenn auch nur für einen Augenblick, mit der Welt und sich versöhnt ist. Im Gegenzug erhält Mephisto seine Seele. Der Pakt ist schnell geschlossen und Mephisto tut, was er kann. Als ein Besuch in Auerbachs Keller wirkungslos bleibt, fährt Mephisto größere Geschütze auf: Er verwandelt Faust in einen Jüngling. Prompt lernt dieser das unschuldige Gretchen kennen und verliebt sich in sie. Und da Faust keinen Geringeren als einen Teufel an seiner Seite hat, ist das Mädchen bald verführt – und schwanger. Fausts egozentrische Suche nach Erfüllung verschuldet den Untergang ihrer ganzen Familie. Doch am Ende ist Gretchen gerettet und er nur ein armer Tor als wie zuvor. Es ist ein unmöglicher Deal: Faust will alles zugleich. Er sucht Befreiung im absoluten Wissen und kann sie doch nur zum Preis ewiger Gefangenschaft erfahren. Sein rücksichtsloser Wunsch nach Befriedigung und Individualität macht ihn zu einem Zeitgenossen.
Goethes 1808 veröffentlichte Tragödie steht in einer langen Reihe von literarischen Bearbeitungen des mittelalterlichen Stoffes. Sie gehört zu den bedeutendsten und meist zitierten Werken der Weltliteratur. Nun kommt das große Stück in einer Fassung von Marc Günther für einen Schauspieler und eine Schauspielerin auf die Bühne.

Premiere: 7. Februar 2015

Inszenierung:

Marc Günther

Mit: Monika Barth Elke Twiesselmann