Die Auferstehung (UA)

Karl-Heinz Ott
in der Bearbeitung von Matthias Fontheim

„Komm heim, so schnell es geht, Papa ist tot.“ Mit diesen Worten ruft Linda ihre drei Geschwister zurück ins Haus ihrer Kindheit. Und es wird eine lange Nacht neben dem Toten, bevor am nächsten Morgen das Testament eröffnet werden soll … Genug Zeit für Erinnerungen: an Kindheit, Jugend, auch an die letzten Jahre, in denen sie ihren Vater kaum noch gesehen haben. Denn verständlicherweise war der Vater wenig begeistert, als er mitbekam, dass seine eigenen Kinder planten, ihn zu entmündigen. Es steht zu befürchten, dass der Vater Haus und Vermögen seiner ungarischen Pflegekraft – die ihm auch in anderer Hinsicht zur Hand ging – vermacht hat. Dumm nur, dass er sein Testament ausgerechnet bei einem Münchner Staranwalt verwahrte, den die Geschwister nur das „Schwein“ nennen, seitdem er Linda vor vielen Jahren für eine andere Frau sitzen ließ. Es gilt also, einen gemeinsamen Plan zu entwickeln, was nicht einfach ist, so unterschiedlich wie die Geschwister sind. Linda ist die Pragmatikerin unter den Vieren. Joschi – je nach Perspektive – ein Linksintellektueller oder ein Obdachloser, Jakob ein weitgehend erfolgloser Fernsehmacher und Uli lebt ein Aussteigerleben irgendwo in der Pampa der Schwäbischen Alb. Es wird also geredet, getrunken, gestritten, geliebt, gehasst und vor allem gehofft. Bis am nächsten Morgen der Anwalt vor der Tür steht … Karl-Heinz Otts 2015 erschienener Roman ist komisch und anrührend zugleich und zeichnet ein wunderbar facettenreiches Bild der Generation der nach dem Zweiten Weltkrieg Geborenen, die irgendwo zwischen Freiheitsdrang, Individualismus und Familiensinn nach den Antworten auf die großen Fragen des Lebens suchen.