Die Bauernoper

Szenen aus dem schwäbischen Bauernkrieg

Peter Janssens (Musik), Yaak Karsunke

Deutschland im 15. Jahrhundert: rund zwölf Millionen Bewohner. Drei Viertel von ihnen sind leibeigene Bauern. Die Bevölkerung wächst sprunghaft, doch der Adel und die Kirche haben das Land fest in der Hand und denken nicht daran, ihre Privilegien auch nur im Geringsten einzuschränken. Die Bauern müssen Frondienste leisten. Sie selbst und ihr Boden sind Eigentum der geistlichen oder weltlichen Feudalherren. Die Erbfolge zersplittert die Höfe, die Abgaben ruinieren sie. Im Jahr 1500 sind die deutschen Höfe durchschnittlich über die Hälfte ihres Wertes verschuldet. Allein der bigotte Ablasshandel der Kirche floriert. Die Not wächst – und mit ihr der Widerstand: So führt Joss Fritz 1503 und 1513 die Bundschuh-Bewegung in Süddeutschland an, 1514 erheben sich die geheimen Bauernbünde des Armen Konrad im Remstal (das gleichnamige Stück von Friedrich Wolf wurde 1985/86 an der WLB wiederentdeckt) – 1524 schließlich weitet sich der Aufstand aus und es kommt zur Revolution des gemeinen Mannes, den Deutschen Bauernkriegen. „Wir alle machen Geschichte / Und keiner schafft es allein:/ Es können die Unterdrückten / Sich nur selbst und gemeinsam befrein!“ Die Bauern fordern die Abschaffung der Willkür, die Aufhebung der Leibeigenschaft, demokratische Rechte und eine bessere Verteilung des Eigentums. Endlich stehen die Geknechteten gegen ihre Peiniger auf. Doch die brutale Antwort der Fürsten und der Kirche lässt nicht lange auf sich warten.
Die Bauernoper ist ein einfaches Spiel über einfache Leute, die sich gegen die Unterdrückung und Misshandlung durch die Obrigkeit wehren. Im Mittelpunkt stehen jedoch nicht die Führer und Fürsten dieses Krieges von 1524, sondern die Bauern selbst. Ein Stück Heimatgeschichte und zugleich ein kritisches Spektakel, in dem man überraschende Parallelen zu heute entdecken kann.