Toni Erdmann

Maren Ade

Winfried ist kein einfacher Typ. Er ist ein alleinstehender Alt-68er-Musiklehrer, der einen alten Hund pflegt und durch schrägen Humor und eigenwilligen Handlungsdrang auffällt. Nun möchte er seine Tochter Ines sehen, die aktuell als Unternehmensberaterin für eine Erdöl-Firma in Bukarest beschäftigt ist. Für seinen Besuch überlegt sich Winfried den skurrilsten seiner Scherze: Als Toni Erdmann verkleidet taucht er einfach mitten in den Geschäftsterminen der Tochter auf, nimmt an den Gesprächen unerwartet teil und provoziert die absurdesten Situationen. Ines nimmt es manchmal geduldig an, manchmal nicht. Aber eigentlich geht es dem Vater nur um die Frage: Ist sie ein bisschen glücklich? Denn das scheint nicht unbedingt der Fall zu sein. Durch seine Interventionen und ungeachtet seines eigenen Scheiterns, schafft Winfried wenigstens ein paar wichtige Fragen in den Raum zu stellen: Was macht das Leben wirklich lebenswert? Wie kann man die wichtigsten Momente festhalten? Und: Muss man die Antworten auf diese Fragen hinterher verstehen?
„Toni Erdmann“ erschien 2016 als Spielfilm und erhielt u. a. den Europäischen Filmpreis sowie eine Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film.