Fatal! Fatal! - Mord auf dem Schillerplatz (UA)

Eugène Labiche
Behutsam ins Schwäbische übertragen von Jörg Ehni

Fatal! Fatal! - Mord auf dem Schillerplatz (UA)
Oskar Federle hat den letzten Abend auf dem Ehemaligentreffen seiner alten Schule verbracht. Am nächsten Morgen aber kann er sich an das Ende der anschließenden hochprozentigen Kneipentour nicht mehr erinnern. Weder weiß er, warum seine Schuhe nass, noch, wovon seine Hände schwarz sind. Und es wird noch schlimmer: Zu allem Überfluss muss er feststellen, dass neben ihm offensichtlich ein ihm fremder Mann geschlafen hat. Der erweist sich als sein Schulkamerad Jakob Gäbele. Offenbar haben sie zu zweit gezecht. Aus der Zeitung erfahren die beiden von einem brutalen Mord an einer jungen Kohlenschlepperin in der vergangenen Nacht, und es verdichten sich immer mehr die Indizien, dass die beiden im Rausch nicht ganz unbeteiligt an dem Verbrechen gewesen sein könnten; vielleicht sind sie ja sogar die Mörder der unschuldigen jungen Frau!? Je mehr die Schlinge sich zuzieht, desto heftiger und grotesker versuchen Federle und Gäbele, die Tat zu vertuschen, den drohenden Skandal zu vermeiden und der Bestrafung zu entgehen. Eugène Labiche wirft mit seinem Stück „Die Affäre in der Rue de Lourcine“ – so der Originaltitel – einen Blick auf die Fassade der vordergründig ordentlichen Bürger, denen ein Verbrechen weniger wichtig ist als das eigene Ansehen. Mit beißendem Humor zeigt er spielerisch die schmutzigen Wahrheiten, die sich oftmals hinter der spießbürgerlichen Kulisse auftun. Jörg Ehni hat die Komödie behutsam ins Honoratioren-Schwäbisch übertragen, was dem Stück noch einmal einen ganz besonderen Humor verleiht.