Ein ganzes Leben

Robert Seethaler

Ein ganzes Leben
Andreas Egger ist ein einfacher Mann. Im Alter von ungefähr vier Jahren – so genau weiß das keiner – muss er als uneheliches Kind nach dem Tod der Mutter aus Wien aufs Land zu seinem Onkel ziehen. So kommt er als kleiner Junge in das Tal, in dem er sein ganzes Leben verbringen wird. Er wächst zu einem gestandenen Hilfsknecht heran und schließt sich als junger Mann einem Arbeitstrupp an, der eine der ersten Bergbahnen baut und mit der Elektrizität auch das Licht und den Lärm in das Tal bringt. Dann kommt der Tag, an dem Egger zum ersten Mal vor Marie steht, der Liebe seines Lebens, die ihm jedoch durch ein tragisches Unglück wieder genommen wird. Er lernt, die Schicksalsschläge, die ihn im Laufe seines sieben Jahrzehnte langen Lebens ereilen, zu ertragen. Als der Weltkrieg kommt, meldet er sich freiwillig, doch man will ihn nicht haben. Schließlich muss er aber doch an die Ostfront. Erst viele Jahre später, als er seinen letzten Weg antritt, ist Marie noch einmal bei ihm. Und er, über den die Zeit längst hinweggegangen ist, blickt mit Staunen auf die Jahre, die hinter ihm liegen.
Robert Seethaler ("Der Trafikant") erzählt in seinem Roman die Lebensgeschichte eines stillen Außenseiters. In beeindruckend einfacher, aber äußerst präziser Sprache entsteht ein leises, unaufgeregtes Porträt eines einfachen Menschen, das tiefsinnig und humorvoll zugleich die großen Fragen nach Glück, Leben und Tod verhandelt.