Und wer nimmt den Hund? (UA)

Martin Rauhaus
Bühnenfassung von Marcus Grube

Und wer nimmt den Hund? (UA)
Das Trennungsmuster ist fast schon klassisch: Sobald die zwei gemeinsamen Kinder aus dem Haus sind, verlässt der etablierte Aquariums-Direktor Georg nach 23 Ehejahren seine Frau, Haus und Hund für eine zwanzig Jahre jüngere Doktorandin. Doch so einfach will sich Noch-Ehefrau Doris eine Scheidung nicht gefallen lassen, und darum sitzen sie nun in Frau Bruhns Therapiezimmer: Denn nach Doris’ Ansicht lässt man sich als zivilisiertes Paar helfen, um die Trennung „irgendwie zu verstehen“. Der Weg dahin verläuft alles andere als geradlinig. Doris entdeckt zwar eine neue Freiheit in Leben und Beruf, fällt aber emotional in spätpubertäres Verhalten zurück. Georgs Eifersucht auf Doris überfällt ihn genauso stürmisch wie unreflektiert, denn sein Glück ist schnell vorbei, sobald der Rücken schmerzt und die neue Partnerin ebenfalls Ansprüche an ihn stellt. Im Wechsel von pointierten und nachdenklichen Dialogen entsteht eine Boulevardkomödie vom Feinsten, in der beide Hauptfiguren etwas wagen und voneinander lernen.
„Und wer nimmt den Hund?“ wurde 2019 mit Martina Gedeck und Ulrich Tukur in den Hauptrollen verfilmt und erreichte bereits am Startwochenende den ersten Platz der Arthouse-Kinocharts. Die Bühnenadaption basiert auf dem Drehbuch von Martin Rauhaus und lädt die Zuschauer*innen mit auf das Therapiesofa ein, um die Hauptfiguren hautnah bei ihrer unbarmherzigen Destruktion und einem unberechenbaren Wiederaufbau zu erleben.