Gips

oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte

Anna Woltz

Gips
Fitz heißt eigentlich Felicia, ist zwölf Jahre und drei Wochen alt und unendlich wütend. Vor einer Woche, am zweiten Weihnachtsfeiertag, haben ihre Eltern ihr und ihrer kleinen Schwester Bente eröffnet, dass sie sich trennen werden. Der Vater hat eine neue Wohnung, die Wochenpläne sind fertig. Doch nun sitzt Fitz mit einer Tigermaske im Gesicht und Bentes abgetrennter Fingerkuppe in der Hand in der völlig überfüllten Notaufnahme und wartet. Denn nicht nur Bente und ihr Vater, die halbe Stadt scheint am Morgen bei überfrierender Nässe vom Fahrrad gefallen zu sein. Als ihre Mutter in der Notaufnahme eintrifft, hält Fitz es nicht mehr aus und stromert allein durch das Krankenhaus. Sie trifft Adam, der schon 15 ist und im Rollstuhl sitzt, obwohl er laufen kann, und Primula: Sie ist zehn Jahre alt, Herzpatientin und "sieht aus wie ein kriminelles Küken" Und während die Welt draußen im Schnee versinkt, geraten die drei in einen Strudel der Ereignisse. Am Ende eines turbulenten Tages hat Fitz die Welt dann zwar nicht repariert, aber sich ein wenig mit ihr versöhnt.
Mit viel Sensibilität und Witz und einer grandios-trotzigen Heldin erzählt die niederländische Autorin Anna Woltz in ihrem 2016 erschienenen Roman von den sichtbaren und unsichtbaren Wunden einer Familie während einer Scheidung.